Erste Hilfe

Erste Hilfe bei häufigen Beschwerden: Was tun bis der Arzt kommt?

Von Verbrennungen über Nasenbluten bis Insektenstichen – so leisten Sie Erste Hilfe bei alltäglichen Notfällen richtig.

Veröffentlicht: 29.12.2025 3 Min. Lesezeit Redaktion nrw-notdienst.de Erste Hilfe, Notfall, Verbrennungen, Verletzungen

Ruhe bewahren und handeln

Im Notfall zählt schnelles und besonnenes Handeln. Die meisten Alltagsverletzungen und akuten Beschwerden lassen sich mit einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen wirksam versorgen. Wichtig ist, die Situation richtig einzuschätzen: Wann reichen Hausmittel, wann ist professionelle Hilfe nötig? Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) kontaktieren als zu spät reagieren.

Halten Sie Ihre Hausapotheke stets aktuell und griffbereit. Frischen Sie regelmäßig Ihr Erste-Hilfe-Wissen auf. Viele Organisationen bieten kompakte Auffrischungskurse an, die lebensrettend sein können.

Häufige Notfälle und Sofortmaßnahmen

  • Verbrennungen: Sofort mit handwarmem (nicht eiskaltem!) Wasser kühlen, mindestens 10 Minuten. Keine Hausmittel wie Butter auftragen. Bei Blasenbildung oder Verbrennungen größer als die Handfläche zum Arzt.
  • Nasenbluten: Aufrecht sitzen, Kopf leicht nach vorn beugen (nicht nach hinten!), Nasenflügel zusammendrücken. Kühlung im Nacken kann helfen. Dauert länger als 20 Minuten? Arzt aufsuchen.
  • Insektenstiche: Stachel vorsichtig entfernen, nicht drücken. Kühlen lindert Schmerz und Schwellung. Bei allergischen Reaktionen (Atemnot, Schwellung im Gesicht) sofort Notruf 112.
  • Schnittwunden: Blutung durch Druck auf sterile Kompresse stoppen. Kleine Wunden reinigen und mit Pflaster versorgen. Tiefe oder klaffende Wunden müssen ärztlich versorgt werden.
  • Prellungen und Verstauchungen: PECH-Regel: Pause, Eis (kühlen), Compression (Druckverband), Hochlagern.

Bauchschmerzen und Übelkeit

Leichte Bauchschmerzen behandeln Sie mit Wärmflasche, Ruhe und leicht verdaulicher Kost. Fenchel- oder Kamillentee beruhigen den Magen. Bei starken, krampfartigen Schmerzen, die länger anhalten oder mit Fieber, Erbrechen oder Blut im Stuhl einhergehen, ist ärztliche Abklärung dringend nötig. Besonders bei Kindern und älteren Menschen entwickeln sich Komplikationen schnell.

Durchfall und Erbrechen führen zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Trinken Sie kleine Mengen Wasser, Tee oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Sobald Sie etwas essen können, eignen sich Zwieback, Bananen oder Reis. Halten die Beschwerden länger als 48 Stunden an oder kommt Fieber hinzu, suchen Sie ärztliche Hilfe.

Allergische Reaktionen

Leichte allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Juckreiz behandeln Sie mit Antihistaminika aus der Apotheke. Kühlung lindert den Juckreiz zusätzlich. Bei schweren allergischen Reaktionen – Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Rachen, Kreislaufprobleme – handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall. Rufen Sie sofort den Notruf 112 und verabreichen Sie bei bekannter Allergie das Notfallmedikament (Adrenalin-Autoinjektor).

Menschen mit bekannten schweren Allergien sollten stets ihr Notfallset bei sich tragen und Angehörige in dessen Anwendung schulen. Tragen Sie einen Allergiepass mit sich, damit Helfer und Rettungskräfte schnell reagieren können.

Notrufnummern griffbereit

Speichern Sie wichtige Nummern im Handy und hängen Sie eine Liste sichtbar in der Wohnung auf:

  • Notruf: 112
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
  • Giftnotruf (regional unterschiedlich, z.B. Bonn: 0228-19240)
  • Apotheken-Notdienst: nrw-notdienst.de

Wann zur Notdienstapotheke?

Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind Notdienstapotheken Ihre Anlaufstelle für dringende Medikamente und fachkundige Beratung. Sie können bei akuten Beschwerden beraten, rezeptfreie Medikamente abgeben und in manchen Fällen auch ärztliche Notdienste kontaktieren. Nutzen Sie nrw-notdienst.de, um schnell die nächste geöffnete Notdienstapotheke zu finden.

Mit Grundkenntnissen in Erster Hilfe und einer gut sortierten Hausapotheke meistern Sie die meisten Alltagsnotfälle sicher. Scheuen Sie sich nicht, im Zweifel professionelle Hilfe zu holen – besser einmal zu viel als zu spät!

Einordnung für den Alltag

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung in Arztpraxis oder Apotheke. Er soll helfen, Beschwerden besser einzuordnen, sinnvolle Fragen vorzubereiten und Warnzeichen früh zu erkennen. Wenn Symptome stark sind, länger anhalten, wiederkehren oder Kinder, Schwangere, ältere Menschen beziehungsweise chronisch Erkrankte betroffen sind, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Für dringende Arzneimittel außerhalb der regulären Öffnungszeiten finden Sie über nrw-notdienst.de die aktuelle Notdienst-Apotheke in Nordrhein-Westfalen. Prüfen Sie vor dem Losfahren Adresse, Dienstzeit und Telefonnummer, da sich lokale Dienste kurzfristig ändern können.

Bewahren Sie wichtige Informationen wie aktuelle Medikamente, Dosierungen, Allergien, Vorerkrankungen und Telefonnummern behandelnder Praxen griffbereit auf. Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden hilft eine kurze Notiz zu Beginn, Dauer, Auslösern und bisherigen Maßnahmen, damit Fachpersonal die Situation schneller einschätzen kann.

Bei rezeptfreien Arzneimitteln lohnt sich eine kurze Rückfrage zu Wechselwirkungen, Einnahmezeitpunkt und maximaler Anwendungsdauer. Das gilt besonders, wenn mehrere Präparate kombiniert werden, wenn bereits Dauermedikamente eingenommen werden oder wenn Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht zeitnah besser werden.